Veranstaltungen im letzten Halbjahr

46. Jour fixe

am Mittwoch, 2. Juni 2010, 19 Uhr
Theater Verlängertes Wohnzimmer, Berlin-Friedrichshain

Das "Kulturforum Stadt Berlin" zu Gast im Theater "Verlängertes Wohnzimmer"

In den letzten Monaten haben wir uns von den Unterschieden und der Vielfalt der Berliner Theaterlandschaft beeindrucken lassen. Wir sprachen mit Ulrich Khuon vom DT und mit den Theaterexperten vom BKA; mit Christoff Bleidt vom Theaterhaus Mitte und mit Shermin Langhoff vom Ballhaus Naunynstraße.

Jetzt besuchten wir das Theater "Verlängertes Wohnzimmer" im Friedrichshain - früher ein kleines Kiezkino, heute ein Ort der Berliner Kleinkunstszene, an dem engagierte Menschen, die dem Theater und vor allem dem Theaterspielen verfallen sind, experimentieren und neue Möglichkeiten suchen wollen. Es ist eine Werkstatt im besten Sinne des Wortes. Freie Theatergruppen finden hier eine Probe- und Aufführungsbühne. An jedem Dienstag beim "Offenen Wohnzimmer" können sich alle auf der Bühne ausprobieren, die gern einmal auf den "Brettern, die die Welt bedeuten", stehen möchten.

Mit einem kleinen Programm verschiedener Theatergruppen wurden wir als Gäste begrüßt. Die Protagonisten dieser Gruppen stellten sich selbst, den Ort und vor allem ihre Motivation, ihre Lust am Theater im "Verlängerten Wohnzimmer" vor.

Anschließend führten Brigitte Lange und Eckhardt Barthel mit Ihnen und mit Roland Wandel, dem maßgeblichen Initiator dieses Ortes, ein Gespräch über die alltäglichen Herausforderungen und Nöte einer solchen Arbeit, aber auch über Erwartungen an die verantwortliche Kulturpolitik auf Bezirks- und Landesebene. Im Anschluss kamen wir im Foyer des Theaters bei einem Getränk zum persönlichen Gedankenaustausch zusammen.

Exkursion nach Neuruppin

am Samstag, 29. Mai 2010
Exkursion nach Neuruppin

Im Neujahrsbrief vom 20. Januar 2010 haben wir einen neuen Veranstaltungstyp angekündigt: die gemeinsame Exkursion mit kulturellem Hintergrund in einer kleineren Gruppe von Mitgliedern und Freunden.

Unser erstes Ziel am Samstag, dem 29. Mai 2010 war das brandenburgische Fontane-Städtchen Neuruppin.

Folgendes Programm wurde umgesetzt:
  • Abfahrt RE 6 der Bahn Berlin Spandau, 9 Uhr 07
  • Ankunft Neuruppin West, 10 Uhr 27
  • Museum Neuruppin; Führung Museumsleiter Hansjörg Albrecht, 11 Uhr
  • Stadtführung, 12:30 Uhr
  • Gemeinsames Mittagessen im Seehotel Fontane, 14 Uhr
  • Vortrag von Ivo Haase, SPD, Mitglied im Kreistag Ostprignitz-Ruppin, im Seehotel Fontane: "Die kulturellen Möglichkeiten der Fontanestadt Neuruppin" mit kurzer Diskussion, 15 Uhr
  • Rückfahrt Neuruppin Rheinsberger Tor, 16 Uhr 30
  • Ankunft Berlin Spandau, 17 Uhr 32

Lesungen in der Galerie

am Freitag, 28. Mai 2010, 19:30 Uhr
Galerie im Kurt-Schumacher-Haus, Berlin-Wedding

Die Berliner Stimme, der vorwärtsBerlin und das Kulturforum Stadt Berlin luden ein:

"Mörderisch unterwegs" - die Kriminacht im Kurt-Schumacher-Haus

Willkommen bei einer neuen Lesung der "Mörderischen Schwestern" hieß es am Freitag, dem 28. Mai in der Galerie im Kurt-Schumacher-Haus. Fatale Begegnungen, alte Liebe, neues Leid, und der pure Frust am Leben - das waren die Themen der Krimilesung, zu der die BERLINER STIMME, der vorwärts Berlin und das Kulturforum Stadt Berlin einluden. Es lasen Sabine Alt (Agatha Christie Preisträgerin 2009), Andrea Gerecke, Regine Röder-Ensikat, Susanne Rüster und Swenja Karsten.

Es war inzwischen die dritte Lesung, zu der Mitglieder der "Mörderischen Schwestern", der Vereinigung deutschsprachiger Krimiautorinnen, ins Kurt-Schumacher-Haus kamen. Diesmal handelten die Geschichten von einer unerwarteten Wiederbegegnung eines früheren Liebespaares am Potsdamer Platz, vom Betriebsausflug, bei dem eine Kollegin den Dampfer vorzeitig verlässt, vom Hauptgewinn eines Taxifahrers, von den Schwierigkeiten, pünktlich zum Raubüberfall zu kommen und von einem speziellen Wiederaufnahmeverfahren.

Lesungen in der Galerie

am Mittwoch, 19. Mai, 19 Uhr
Galerie im Kurt-Schumacher-Haus, Berlin-Wedding

Die Berliner Stimme, der vorwärtsBerlin und das Kulturforum Stadt Berlin luden ein:

Echolot - Texte aus dem Mai 1945: Heide Simon liest Kempowski

65 Jahre liegt das Ende des 2. Weltkriegs in diesem Jahr zurück. Die Ereignisse aus der Schlussphase des Kriegs rief die Schauspielerin Heide Simon jetzt mit einer Lesung aus dem "Echolot" des Schriftstellers Walter Kempowski in Erinnerung, zu der das Kulturforum Stadt Berlin und die Berliner Stimme einluden.

Mit seinem zehnbändigen "Echolot" hat Kempowski aus vielen ihm zur Verfügung gestellten privaten Notizen, Tagebüchern und Dokumenten eine Art kollektives Tagebuch über den Zweiten Weltkrieg geschaffen. Heide Simon hat für die Lesung Texte aus dem Mai 1945 ausgewählt. "Wie bei Kempowski prallen die Texte und Schicksale aufeinander: Unbekannte Stimmen von Soldaten, KZ-Häftlingen, Frauen und Kindern treten mit den Worten von Paul Valéry, Erich Kästner und Viktor Klemperer in Beziehung", schrieb der Tagesspiegel über eine frühere Lesung. Und er bescheinigte der Schauspielerin: "Die Wirkung der Kempowski-Komposition ist enorm und potenziert sich durch den Purismus, den Heide Simon dem Stimmenchaos entgegensetzt."

45. Jour fixe

am Mittwoch, 5. Mai 2010, 19 Uhr

Das Kulturforum Stadt Berlin und das Werkbundarchiv - Museum der Dinge baten Sie gemeinsam in unsere Galerie zu einer szenischen Lesung über Wilhelm Wagenfeld.

Warum lieben wir die wunderbaren Dinge, die er entworfen hat?

Wilhelm Wagenfeld (1900 - 1990), Bauhaus-Schüler und Mitglied im Deutschen Werkbund, zählt zu den bedeutendsten Pionieren industrieller Produktgestaltung in Deutschland. Arbeiten von ihm finden sich in unzähligen Haushalten weltweit und stehen im Museum of Modern Art in New York sowie im Berliner Bauhaus-Archiv und im Werkbundarchiv - Museum der Dinge. Erleuchtet Sie auch gerade seine Lampe auf Ihrem Schreibtisch?

Unter dem Titel Die Dinge um uns - Wilhelm Wagenfeld brachten Anne Konstanze Lahr und Wilm Heinrich aus Dresden das Leben und Schaffen des großen Entwerfers in einer anmutigen, bewegenden und informativen szenischen Lesung näher.

Die Lesung hatte Texte wie Briefe mit Originaltönen, Bildern und Entwürfen Wagenfelds verbunden. 33 Original-Entwürfe aus der Privatsammlung von Wilm Heinrich wirken in "Die Dinge um uns" mit: die berühmte Bauhaus-Tischlampe, die Teekanne von Schott & Genossen in Jena, zarte Weinkelche aus den Manufakturen der Lausitzer Glaswerke und andere. Die szenische Erzählung beschreibte die Arbeitsethik und den Anspruch Wagenfelds, im Sinne der ästhetischen Bildung dem Wesen und der Gestalt "der Dinge um uns" die lebensnotwendige Sorgfalt zu widmen.

Im Anschluss an die Lesung konnten insgesamt 60 Entwürfe von Wilhelm Wagenfeld und ein Objektpaar aus dem Museum der Dinge besichtigt werden.

  

Ausstellungseröffnung

am Dienstag, 30. März 2010, 19 Uhr
Galerie im Kurt-Schumacher-Haus, Berlin-Wedding

BERLIN - Stadt und Menschen

Andreas Mattern  Susanne Haun

Berlin - vielfältige Stadt in der Mitte Europas, und die Menschen, die hier leben und die dieser Stadt ihr einmaliges Gesicht und ihre besondere Gestalt geben, reizen zahlreiche Künstler seit Jahrhunderten immer wieder aufs Neue, ihre Eindrücke und Erfahrungen in Bilder zu fassen. In unserer Ausstellung stellen wir Ihnen die Werke von zwei jungen Malern vor, welche die Stadt Berlin und ihre Menschen als Sujet ihrer Arbeit nicht loslässt:

Susanne Haun und Andreas Mattern

Beide haben ihr Atelier vor wenigen Wochen aus dem Berliner Wedding in die Peripherie der Stadt verlegt. Susanne Haun: "Wir sehnen uns nach Natur und Ruhe." Ist das die Flucht vor einem Alptraum? Was verliert, was gewinnt man dabei? Mit beiden Künstlern sprachen bei der Vernissage Christina Illigner, Vorsitzende der "Freunde der Graphothek Berlin e.V." und Eckhardt Barthel.

Dauer der Ausstellung: 31. März - 30. April 2010

44. Jour fixe

am Mittwoch, 3. März 2010, 18:45 Uhr,
Archivgebäude im GSG-Hof Reuchlinstrasse 10 - 11, Berlin-Tiergarten

Marlene packt die Koffer aus
Wir besichtigen das Archiv der Stiftung Deutsche Kinemathek


Die Filmstadt Berlin leuchtet wie selten. Die Berlinale, das wichtigste Publikums-Festival unter den internationalen Filmfestspielen, feiert seinen 60sten Geburtstag. Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit legt mit einem Marlene-Stern den Grundstein für einen Boulevard der Stars in der Potsdamer Straße, zwischen dem Festspielhaus und dem Museum für Film und Fernsehen. Die restaurierte Fassung von Fritz Langs großen Film METROPOLIS, begleitet vom Rundfunk Sinfonie Orchester Berlin, wird aus dem Friedrichstadtpalast auf eine riesige Leinwand vor dem Brandenburger Tor übertragen.

Bewegt von dieser Atmosphäre besuchten wir einen der eher verborgenen Orte des Kinos in Berlin: das Archiv der Stiftung Deutsche Kinemathek. Hier werden die faszinierenden Bestände des Museum für Film und Fernsehen gesammelt, geordnet, gehütet, erforscht und für Ausstellungen vorbereitet. Wir fanden ein Lager der internationalen Filmgeschichte mit einer Sammlung alter Filmapparate, mit Nachlässen berühmter Filmleute, Plakaten und Fotos, Kostümen und mit den Koffern von Marlene Dietrich. Schwerpunkt unserer Besichtigung waren drei M: Mabuse, Marlene und Metropolis.

Es ist uns gelungen, Marlene zum Öffnen einiger Koffer zu bewegen. Dafür sorgte, unterstützt von zuständigen Facharchivaren, Werner Sudendorf, Leiter der Sammlungen im Museum für Film und Fernsehen der Stiftung Deutsche Kinemathek.

Galeriegespräch zu Kunst und Politik

am Freitag, 26. Februar 2010, 19:30 Uhr,
Galerie im Kurt-Schumacher-Haus, Berlin-Wedding

Weltkulturerbe: Auszeichnung und Verpflichtung ?!

Sechs Berliner Siedlungen von Bruno Taut gehören zum Weltkulturerbe der UNESCO. Für unsere Stadt ist das Auszeichnung und Verpflichtung zugleich. Wie gehen wir damit um? Tut Berlin genug für das Welterbe Taut?

In der Galerie im Kurt-Schumacher-Haus zeigten wir - gemeinsam mit dem August Bebel Institut - die wunderbare und informative Ausstellung Bruno Taut - Meister des farbigen Bauens in Berlin.

Finissage war am 26. Februar - letzte Chance für Sie, die Ausstellung zu sehen. Bruno Taut war Architekt, Stadtplaner, Designer, Humanist, Sozialreformer und vor allem Künstler. Intellekt und Gefühl spiegeln sich in seinen Siedlungsbauten der 20er Jahre in Berlin und verleihen ihnen einen einzigartigen Charakter. Er wollte die Wohn- und Lebensverhältnisse reformieren und modernisieren. Die Qualität seiner Architektur liegt nicht zuletzt in ihrer expressiven Farbigkeit - einem Markenzeichen seines Werkes. Die UNESCO hat im Juli 2008 sechs denkmal-geschützte Berliner Siedlungen Tauts in die Liste des Welterbes aufgenommen.

Zur Finissage haben wir ein Galeriegespräch veranstaltet und nach der Rolle gefragt, welche die "Internationale Konvention zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt" - Grundlage entsprechender UNESCO-Entscheidungen - für unser Land und für andere Regionen der Welt spielen kann, in denen großes Erbe geschützt werden soll. Was ist die Absicht der Konvention? Wie wirkt sie? Wem nützt sie? Wie gehen die unterzeichnenden Staaten mit ihren Verpflichtungen um (Stichwort Elbtal)?

Es sprachen miteinander:
Dr. Knut Nevermann, Staatssekretär a.D., bis Sept. 2009 im sächsischen Wissenschaftsministerium tätig, und Winfried Brenne, Architekt, engagiert für Erhalt und Pflege der Berliner Siedlungen von Taut, Kurator der Ausstellung.
Moderation: Eckhardt Barthel

43. Jour fixe

am Mittwoch, 3. Februar 2010, 18:30 Uhr,
Foyer des Ballhaus Naunynstrasse, Berlin-Kreuzberg

Gespräch und Theateraufführung im Ballhaus Naunynstraße

Im Jahr 2010 wird das Kulturforum Stadt Berlin unter anderem die junge, kreative Theaterszene Berlins in den Blick nehmen. Wir haben mit einem Besuch im Ballhaus Naunynstraße begonnen, das nach seiner aufwändigen Sanierung 1983 ein wichtiger Kulturort in Kreuzberg geworden ist. Im November 2008 - im europäischen Jahr des interkulturellen Dialogs - wurde das Haus unter der neuen künstlerischen Leitung von Shermin Langhoff wiedereröffnet. Die erste Spielzeit 2008/2009 fand ein außergewöhnliches Publikums- und Medieninteresse. Seine Produktionen wurden zu Gastspielen im In- und Ausland eingeladen.

Wir besichtigten das Haus und sprachen mit Shermin Langhoff, künstlerische Leiterin. Im Anschluss daran besuchten wir die Aufführung von

FERIENLAGER - DIE 3. GENERATION
Regie und Bühne: Lukas Langhoff

Langhoff lässt jugendliche Deutschtürken, die in Berlin geboren und aufgewachsen sind, über ihr Leben in Kreuzberg sinnieren. Sie erzählen von den Brüchen und Widersprüchen, die dieses Leben prägen. Die äußerst unterhaltsame Inszenierung trifft dabei den richtigen Ton. Die Ballhaus-Bühne verwandelt sich zur Spielwiese für Kampfsportfreaks, Möchtegernsängerinnen und verkannte Mathe-Genies. Bollywoodeinlagen und kleine Rapshows vermitteln den Eindruck von Unbeschwertheit. Aber es geht natürlich um die Zerrissenheit dieser jungen Generation.

Ausstellungseröffnung

am Samstag, 23. Januar 2010, 18:30 Uhr
Galerie im Kurt-Schumacher-Haus, Berlin-Wedding

Bruno Taut - Meister des farbigen Bauens

Bruno Taut, einer der bedeutendsten Architekten der Moderne, gehört zu den frühen Mitgliedern des 1907 gegründeten Deutschen Werkbunds. 2005, zu seinem 125. Geburtstag, widmete der Werkbund Berlin dem Baumeister eine Ausstellung. Sie ist als Wanderausstellung konzipiert und wurde in vielen Metropolen der Welt gezeigt.

Bruno Taut war Architekt, Stadtplaner, Designer, Humanist, Sozialreformer und vor allem Künstler. Intellekt und Gefühl spiegeln sich in seinen Siedlungsbauten der 20er Jahre in Berlin und verleihen ihnen einen einzigartigen Charakter. Er wollte die Wohn- und Lebensverhältnisse seiner Zeit reformieren. Die Qualität seiner Architektur liegt nicht zuletzt in ihrer expressiven Farbigkeit - einem Markenzeichen seines Werkes. Die UNESCO hat sechs denkmalgeschützte Berliner Siedlungen Tauts im Juli 2008 in die Liste des Welterbes aufgenommen. Dazu gehört auch die 1924 bis 1930 gebaute Schillerpark-Siedlung im Wedding.

Wir freuen uns, diese Ausstellung des Werkbunds in der "Galerie im Kurt-Schumacher-Haus" gemeinsam mit dem ABI August Bebel Institut zeigen zu können. In ihr werden erstmals Tauts Berliner Wohnanlagen und Siedlungsbauten systematisch dargestellt. Der Berliner Architekt Winfried Brenne hat grundlegende Beiträge zu Wiedergewinnung und Erhalt seines Erbes geleistet. Seine Ausstellung zeigt auch die jetzigen Sanierungsmaßnahmen und die Verfahren im Denkmalschutz.

Die Ausstellung wurde auch in den großen Städten der Türkei gezeigt. Bruno Taut lebte von 1936 bis zu seinem frühen Tod 1938 im türkischen Exil. Die Ausstellung "Haymatloz - Exil in der Türkei 1933 - 1945" des ABI hat das dokumentiert. Viele Gebäude des Architekten sind noch heute in türkischen Städten zu sehen. Sein Grab in Istanbul wurde zur Pilgerstätte. Taut wird bis heute in seinem Exilland verehrt.

Begrüßung: Winfried Sühlo, Kulturforum; Ingo Siebert, ABI
Es sprach: Winfried Brenne, Architekt, Kurator der Ausstellung


Dauer der Ausstellung: 23. 1. 2010 - 26. 2. 2010

Ingo Siebert, Winfried Sühlo & Winfried Brenne  Winfried Brenne

Galeriegespräch zu Kunst und Politik

am Dienstag, 19. Januar 2010, 18 Uhr
Galerie im Kurt-Schumacher-Haus, Berlin-Wedding

Musikschulen im Umbruch - die Vorschläge der Zöllner - Kommission

Kulturforum Berlin Nordost und Kulturforum Stadt Berlin der Sozialdemokratie haben in letzter Zeit mehrfach die Situation der Berliner Musikschullandschaft thematisiert. Deren Zustand ist nach wie vor besorgniserregend. Innerhalb der öffentlichen Musikschulen bestehen große qualitative Unterschiede zwischen den einzelnen Einrichtungen, ihre personelle Ausstattung ist höchst unterschiedlich. Gemeinsam ist den zwölf bezirklichen Musikschulen allerdings der große Einspardruck, der durch das Zuweisungssystem des Landes entsteht.

Musikschulleiter, Lehrer, Eltern und Schüler beklagen diese Situation seit langem. Doch nun kommt durch die konkreten Vorschläge der vom Berliner Bildungssenator Jürgen Zöllner eingesetzten Kommission "Berliner Volkshochschulen und Berliner Musikschulen" Bewegung in die politische Debatte. Ihr Abschlußbericht ist bisher nur einer begrenzten Fachöffentlichkeit bekannt. Darin wird insbesondere empfohlen:
  • Umverteilung von festangestelltem Personal zwischen den Musikschulen;
  • Festlegung eines personellen Ausstattungsstandards für alle Berliner Musikschulen;
  • Prüfung, ob mehr wirtschaftliche Eigenständigkeit der Institutionen möglich ist;
  • Einrichtung einer gemeinsamen Geschäftsstelle der Berliner Musikschulen.
Hierzu diskutierten miteinander:

Felicitas Tesch, bildungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus von Berlin

Chris Berghäuser, Sprecher der Landesarbeitsgemeinschaft der Berliner Musikschulen

Moderation: Michael Gabel

Dies war eine gemeinsame Veranstaltung der Kulturforen Nordost und Stadt Berlin.

Lesungen in der Galerie

am Samstag, 12. Dezember 2009, 19:30 Uhr
Galerie im Kurt-Schumacher-Haus, Berlin-Wedding

Katja Lange-Müller las Jaroslav Hasek

Jaroslav Hasek, berühmt aufgrund seiner literarischen Figur des braven Soldaten Schweijk und berüchtigt für seine ungewöhnlichen Einfälle, gründet 1911 am Biertisch in Prag eine Spaßpartei mit dem Namen "Partei des gemäßigten Fortschritts im Rahmen des Gesetzes". In seinen Wahlreden karikiert er den politischen Betrieb. Die Partei tritt tatsächlich zu den Reichstagswahlen in der Habsburger Monarchie an und gewinnt 1911 36 Stimmen. Hasek schreibt später eine Chronik der Partei. Die Satire - vor mehr als 100 Jahren geschrieben - hat ihre Aktualität bis heute nicht verloren.

34 expressive Scherenschnitte von Hans Scheib zu der literarischen Chronik von Hasek, ausgestellt in der Galerie im Kurt-Schumacher-Haus, gaben einen stimmungsvollen Rahmen für die Lesung von Katja Lange-Müller, zu der wir Sie und Ihre Freunde herzlich eingeladen haben.

Lesung in der Galerie zur Ausstellung von Hans Scheib aus Jaroslav Hasek,
"Geschichte der Partei des gemäßigten Fortschritts im Rahmen des Gesetzes".

Es las Katja Lange-Müller
Schriftstellerin.

Der Eintritt zu Lesung und Ausstellung war frei. Im Anschluss an die Lesung gab es tschechisches Bier.

Ein Jahr Galerie im Kurt Schumacher Haus

am Freitag, 11. Dezember 2009, 19 Uhr
Galerie im Kurt-Schumacher-Haus, Berlin-Wedding

Vor einem Jahr eröffnete das August Bebel Institut gemeinsam mit dem Kulturforum Stadt Berlin der Sozialdemokratie e.V. die Galerie im Kurt Schumacher Haus. Seit dem haben eine Vielzahl von Ausstellungen und Veranstaltungen zu politischen und zeitgeschichtlichen Themen sowie künstlerische Produktionen an diesem Ort stattgefunden.

Durch die Galerie konnten wir Verbindungen zwischen politischer und kultureller Bildung, transkulturellem Dialog und Kulturarbeit räumlich herstellen und somit einen neuen Kultur- und Bildungsort schaffen.

Wir haben mit Ihnen / mit Euch das Programm 2009 festlich beendet und uns bei allen Kooperationspartner/innen bedankt.

Musikalische Begleitung: Nesin Howhannesijan, Solo Bass

Ingo Siebert
August Bebel Institut

&

Winfried Sühlo
Kulturforum Stadt Berlin der Sozialdemokratie e.V.

Ausstellungseröffnung

Scherenschnitt von Hans Scheib am Dienstag, 24. November 2009, 18:30 Uhr
Galerie im Kurt-Schumacher-Haus, Berlin-Wedding

Hans Scheib

Dauer der Ausstellung: 25. 11. 2009 - 13. 1. 2010

Jaroslav Hasek, berühmt aufgrund seiner literarischen Figur des "braven Soldaten Schwejk" und berüchtigt für seine ungewöhnlichen Einfälle, gründet 1911 am Biertisch in Prag eine Spaßpartei mit dem Namen Partei des gemäßigten Fortschritts im Rahmen des Gesetzes. In seinen "Wahlreden" karikiert er den politischen Betrieb. Die Partei tritt 1911 tatsächlich zu den Reichstagswahlen an. Hasek schreibt später eine Chronik der Partei. Die Satire - vor mehr als 100 Jahren geschrieben - hat ihre Aktualität nicht verloren.

Der Berliner Künstler Hans Scheib hat den Text mit expressiven Scherenschnitten illustriert. Ernest Wichner, Leiter der Literaturhauses Berlin in der Fasanenstrasse, redete bei der Vernissage informativ und witzig über Ironie und Satire bei Hasek. Im Dialog mit Winfried Sühlo wurde das erfrischende Bild dieser literarischen Struktur in Scheibs graphischen Blättern herausgestellt.

Lesungen in der Galerie

am Freitag, 20. November, 19:00 Uhr,
Galerie im Kurt-Schumacher-Haus, Berlin-Wedding

Kriminacht in der Galerie im Kurt-Schumacher-Haus

Die Berliner Stimme hat in Zusammenarbeit mit dem Kulturforum Stadt Berlin wieder zu einer Kriminacht eingeladen. Am 20. November traffen der Schriftsteller Horst Bosetzky (-ky) und die Autorinnen Martina Arnold, Gitta Mikati, Sabine Alt und Anja Feldhorst, die der Krimiautorinnenvereinigung 13 Schwestern angehören, in der Galerie im Kurt-Schumacher-Haus mit ihren mörderischen Geschichten auf ein gespanntes Publikum. Diesmal waren es ganz besondere Berlin-Krimis, die vorgetragen wurden: 20 Jahre Mauerfall gaben den Anlass für eine spezielle Krimisammlung, die soeben im Wellhöfer Verlag erschienen ist und nahezu alle Berliner Stadtteile in Ost und West einbezieht. Damit ist die Hauptstadt, auch bei den Mordfällen, ungeteilt.

Die Kurzgeschichten decken mit ihren vertrackten Fällen sowohl die spezielle Berliner Historie, als auch die bezirkliche Heterogenität der Berliner Milieus treffend ab.

42. Jour fixe

am Mittwoch,11. November 2009, 19:30 Uhr
Theaterhaus Mitte, Berlin-Mitte

Wir besuchten das Theaterhaus Mitte an seinem neuen Standort in der Wallstr. 32

Das Theaterhaus Mitte hat einen neuen Standort in "seinem" Bezirk gefunden: im Juli 2009 zogen die Akteure vom Koppenplatz in die Wallstraße 32 - wiederum in ein ehemaliges Schulgebäude, wiederum im historischen Zentrum Berlins gelegen. Wir freuen uns mit der freien Theaterszene der Stadt, dass dieser notwendige Umzug möglich wurde und so schnell über die Bühne gehen konnte. Der Berliner Senat hat für die nächste Zeit eine Fehlbedarfsfinanzierung beschlossen. Ungeklärt ist die Frage des Eigentums am Haus. Hier hoffen alle auf eine schnelle, zukunftsfähige Entscheidung der Senatsverwaltung für Finanzen.

Das Theaterhaus Mitte ist in den vergangenen Jahren zu einem zentralen Produktionsstandort und zu einer Netzwerkplattform der freien Berliner Theater und Tanzschaffenden entwickelt worden. Theaterlaboratorien, Werkschauen und Festivals wurden vorbereitet und organisiert. Das Haus versteht sich als Schnittstelle zwischen Off-Kultur und etablierten Spielstätten, zwischen Ausbildung und Berufsleben. Es wurde zur Anlaufstelle für Gäste aus aller Welt. Seine Rolle und sein Selbstverständnis machen deutlich, wie wichtig das Theaterhaus für das kulturelle Leben der Stadt ist. Innerhalb von zwei Monaten wurden 7000 Unterschriften für seinen Erhalt gesammelt.

Wir sprachen über Probleme und Perspektiven des Hauses mit Christoff Bleidt, künstlerischer Leiter und Sybille Behr, Vertreterin der Nutzerinitiative. In einem Probenraum redeten wir mit Teilnehmern einer aktuellen Produktion.

41. Jour fixe

am Mittwoch, 7. Oktober 2009, 19:30 Uhr
Galerie im Kurt-Schumacher-Haus, Berlin-Wedding

Das Deutsche Theater Berlin hat einen neuen Intendaten: Ulrich Khuon.
Wir sprachen mit ihm in unserer Galerie

Mit dem Beginn der neuen Spielzeit 2009/10 ist Ulrich Khuon Intendant des Deutschen Theaters in Berlin. Khuon kommt aus Hamburg zu uns: neun Jahre leitete er das Thalia Theater in der Hansestadt mit großem Erfolg.

Ulrich Khuon wurde 1951 in Stuttgart geboren. Er studierte Jura, Germanistik und Theologie und arbeitete als Theater- und Literaturkritiker bei der Badischen Zeitung in Karlsruhe. Seine Theaterstationen sind das Stadttheater Konstanz und das Niedersächsische Staatstheater Hannover. Mit der Spielzeit 2000/01 wurde er Nachfolger von Intendant Jürgen Flimm am Hamburger Thalia Theater. Er ist Professor an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover.

Wir erwarten ein Theater des Spielens und des Nachdenkens von Ulrich Khuon. In der Einführung zu seiner ersten Spielzeit am DT zitiert er Joseph Conrad, der den jungen Kapitän Marlow sagen lässt: "Eine Weile hatte ich das Gefühl, ich gehöre noch zu einer Welt redlicher Tatsachen, doch das Gefühl hielt nicht lange vor." Das klingt sehr aktuell und es berührt, macht uns gespannt auf die erste Premiere von Hausregisseur Andreas Kriegenburg: das "Herz der Finsternis" nach Conrad. Khuon: "Auch Theaterarbeit erfordert das tägliche Sich-aufs-Spiel-setzen, die riskante Verschwendung der eigenen Kräfte im Austausch mit anderen. Deshalb möchten wir anknüpfen an die Tradition des vom Ensemble geprägten Deutschen Theaters. Diese kann aber nicht einfach bewahrt werden. Sie muss täglich in der Begegnung mit eigensinnigen Regiehandschriften neu erobert werden." Und mit Freude lesen wir den Satz: "Unsere hartnäckige Zuneigung gehört dem zeitgenössischen Theater."

Diese Einschätzung ist eine Grundlage für das Gespräch, das wir begonnen haben. Es sprachen miteinander
  • Ulrich Khuon, Intendant des Deutschen Theater
  • und
  • Rüdiger Schaper, Ressortleiter Kultur "Der Tagesspiegel"
Begrüßung: Winfried Sühlo

Empfang

am Freitag, 18. September 2009, 18 Uhr
Galerie im Kurt-Schumacher-Haus, Berlin-Wedding

Zu einem Empfang im Rahmen der Ausstellung

Eine neue Bibliothek im Herzen des Wedding: Bibliotheksentwicklung in Planung - Vision und Realisierung

luden wir herzlich ein:

Im Zentrum des Bezirks Mitte, neben dem Weddinger Rathaus in der Müllerstraße 147, soll langfristig eine neue Bezirkszentralbibliothek errichtet werden. Ideen und Visionen dazu zeigt diese Ausstellung von Architekturstudentinnen und -studenten der Beuth Hochschule für Technik Berlin.

Die Stadträtin für Bildung und Kultur, Frau Dagmar Hänisch, der Stadtrat für Stadtentwicklung, Herr Ephraim Gothe, die Vizepräsidentin der Beuth Hochschule für Technik Berlin, Frau Prof. Dr. Gudrun Görlitz sowie die begleitenden Dozentinnen Frau Prof. Dorothee Dubrau und Frau Prof. Gisela Glass würdigten die ausgestellten Entwürfe und kamen mit den anwesenden Studierenden und Gästen dazu ins Gespräch. Die Öffentlichkeit war herzlich eingeladen.

Es freuten sich über Ihren Besuch

  • das August-Bebel-Institut,
  • das Kulturforum Stadt Berlin der Sozialdemokratie e.V.,
  • Beuth Hochschule für Technik Berlin
  • und das Bibliotheks- und Kulturamt des Bezirksamtes Mitte.

Die Rede

am Freitag, 11. September 2009, 17 Uhr
Kammerspiele des Deutschen Theaters, Berlin-Mitte

Zu ihren Vorstellungen einer Politik für Kunst und Kultur des Bundes sprach

Prof. Barbara Kisseler
Chefin der Senatskanzlei Berlin,
Mitglied für Kulturpolitik im Kompetenzteam des SPD-Kanzlerkandidaten Dr. Frank-Walter Steinmeier

Kulturpolitik als Gesellschaftspolitik -
zur Kulturpolitik des Bundes in den kommenden Jahren


Begrüßung: Eckhardt Barthel, MdB a.D.

"Auf dem Weg in die Informationsgesellschaft im 21. Jahrhundert brauchen wir ein Reservoir an kreativen Kräften. Wir müssen uns intensiv mit der Kreativwirtschaft auseinandersetzen. Und wir müssen verstärkt das Widerstandspotential der Kultur wiedererkennen: ihre Eigenständigkeit, ihren kritischen Geist, ihre Widerborstigkeit. Da muss sich die Kultur zurückmelden." Barbara Kisseler

Barbara Kisseler, DT-Intendant Ulrich Khuon  Brigitte Lange im Gespräch mit Barbara Kisseler

Veranstalter:
Kulturforum Stadt Berlin der Sozialdemokratie www.kultur-in-berlin.com
Kulturforum der Sozialdemokratie www.kulturforen.de

1. Galeriegespräch zu Kunst und Politik

am Mittwoch, 9. September 2009, 19:30 Uhr
Galerie im Kurt-Schumacher-Haus, Berlin-Wedding

Seit Dezember 2008 bespielen wir - zusammen mit dem August Bebel Institut - die Galerie im Kurt-Schumacher-Haus. Bisher waren wir vor allem mit Ausstellungen präsent, die erfreuliche Farbtupfer in die Weddinger Müllerstraße brachten. Nun haben wir dort eine neue Reihe öffentlicher Gespräche begonnen: Die Galeriegespräche zu Kunst und Politik.

Bei diesem ersten Gespräch der neuen Reihe haben wir eine kritische Standortbestimmung der Berliner Kulturpolitik versucht. Große Projekte sind auf der Tagesordnung: Kulturforum und Humboldtforum, Museumsinsel und Kunsthalle, Unter den Linden werden Staatsoper und Staatsbibliothek saniert und entwickelt, der Regierende verspricht endlich eine neue Landesbibliothek. Es ist gut, dass das möglich ist - aber was ist mit der ständig beredeten kulturellen Bildung, mit der wichtigen Verbesserung frühkindlicher Erziehung, unabhängig von Geldbeutel und Bildungsstand? Werden die öffentlichen Mittel für Kultur sinnvoll und vernünftig eingesetzt? Kümmern wir uns ausreichend um die soziale Situation von Künstlern? Wie kann es weiter gehen mit der freien Theaterszene in Berlin? Wo bleiben die bezirklichen Musikschulen?

Klaus Staeck sagt: Kunst muss provozieren. Sie kann den schwindenden Zusammenhalt in unserer Gesellschaft neu beleben. Das wäre ja hinreißend, aber ist das bei den entscheidenden Leuten, zum Beispiel in der Berliner SPD, schon angekommen?

Es sprachen miteinander:
  • Michael Müller, Fraktions- und Landesvorsitzender der Berliner SPD
  • Matthias Lilienthal, Künstlerischer Leiter Hebbel am Ufer (HAU)
  • Begrüßung und Moderation: Winfried Sühlo